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Verbands-Porträt: Heinz Hahn

Mein Motto:

„Wo Rauch ist, ist auch Feuer!“ (Trainerlegende Dragoslav Stepanovic über Eintracht Frankfurt)



Bereits 1985, also vor mehr als 35 Jahren, wurde er Obermeister der größten hessischen Raumausstatterinnung in Frankfurt am Main und wurde dann 1996 Landesinnungsmeister des Landesverbandes Hessen (LIV). Auch der „Nationalelf“, dem Vorstand des Zentralverbandes der Raumausstatter (ZVR), gehörte er von 1999 bis 2003 an, um nur die wichtigsten Verbands-Stationen an dieser Stelle zu erwähnen.


Seefahrt und Bundesmarine (er war lange Matrose), Bundesfachgruppe Sachverständige, Handwerkskammer Vollversammlung Frankfurt, Präsidium Hessische Handwerksfachverbände und Hessischer Arbeitgeberverband Mitglied des amtierenden Elferrats der Karnevals-Handwerks-Obermeistersitzung in Frankfurt, gehören ebenso in diese Vitra, wie natürlich die zehnjährige Zugehörigkeit zum erweiterten Vorstand seines Lieblingsvereines Eintracht Frankfurt von 1987 bis 1997!


Heinz Hahn hatte etwas von einem Profi-Fußball-Coach, was die Lob-Parallele von LIV-Vorstandsmitglied und stellv. LIM Olaf Ullmann nahelegt:

„Unser 1.FC LIV-HESSEN hat in den vergangenen Jahrzehnten als Verein Ihm viel zu verdanken gehabt, sind wir doch ungeschlagen immer noch einer der Top-Landesverbände auf den vorderen CL-Plätzen, haben bisher nie eine Lizensverweigerung wegen finanzieller Probleme bekommen, sind zwischenzeitlich auch nie in die Ränge unterer Ligen abgestiegen und repräsentieren in unserem Handwerks-Beruf immer noch das Bild einer homogenen, leidenschaftlichen, kampflustigen und laufstarken Mannschaftsaufstellung, auch wenn wir nicht mehr ständig vor ausverkauftem Hause spielen dürfen, so bieten Hessens Innungen doch noch gut gefüllte Ränge bei Ihren Veranstaltungen“.



Heinz Hahn schaffte mit dem hessischen Landesverband die übers Land verteilten Einzelinnungen in Sachen Brancheninformation, Berufsausbildung und Fortbildung, Tarifvertragspolitik, Lehrfahrten und gemeinsamen anderen Veranstaltungen mit kontinuierlicher Teilnahme zusammenzubringen und den Austausch untereinander aufrecht zu erhalten, aber auch nach außen mit dem Landesverband im Rücken gemeinsame Interessen bei politischen und wirtschaftlichen Institutionen und Partnern im Verbandswesen vorzubringen und häufig auch final erfolgreich durchzusetzen.


„Er beherrschte fast alle Fußballspieler Charaktere in einer Person, mal als verbissener Zweikämpfer im direkten Mann gegen Mann Spiel und wollte partout im alleinigen Durchmarsch dann sein Tor machen, mal im exzellenten Passspiel über die Flügel im geübten Zusammenspiel mit der kompletten Startelf, Hauptsache am Ende steht der Erfolg für die gesamte Mannschaft und nicht für einzelne Stars“, so sein langjähriger Mitspieler aus dem Hessen-Vorstand, der amtierende LIM Ulrich Thomas.


Wenn er es auch nie zum „Torschützenkönig des Monats“ oder gar „Nationalrekordspieler“ geschafft hat, so können sich seine sonstigen Ehrungen mehr als sehen lassen: Er erhielt die Goldene Wappennadel der Tapissiers von 1630 aus Danzig und Berlin vom Landesinnungsverband Hessen, die Silberne und die Goldene Ehrennadel vom Zentralverband des Raumausstatter-Handwerks, die Goldene Ehrennadel des Bundesverbandes der Sachverständigen und natürlich auch die Goldene Ehrennadel von Eintracht Frankfurt im Jahr 2012. 2013 wurde er zum Ehrenlandesinnungsmeister geehrt und trat den Landesverbandsvorsitz an seinen Nachfolger Ulrich Thomas ab.


Besondere Ehre war natürlich die bisher ihm als einzigem und ersten Verbandsmitglied verliehene ‘Diamantene Ehrennadel‘ des Zentralverbandes des Raumausstatter-Handwerks im Jahre 2017. Noch vor der gelungenen 100 Jahr-Feier seiner Frankfurter Innung in 2018, die seine Sozialausschuss-Kollegin Wilma Rachel für ihn organisierte, wurde er zum Ehrenobermeister Frankfurts geehrt und gab auch hier sein Amt an seinen Nachfolger Olaf Rosenbaum weiter.



Doch einen „Meistertitel“ konnte er sich in der obersten Spielklasse unseres Berufes sichern: Im Jahr 1966 (kurz vor Gründung der Bundesliga!) schloss er erfolgreich seine Prüfung als Raumausstattermeister ab, was 2016 von der HWK FFM mit zwei weiteren Bestätigungsurkunden geadelt wurde: Der goldene Meisterbrief für 50 Jahre Oberhausliga und zum 40-jährigen Jubiläum des „öffentlich vereidigten Sachverständigen“.


Bereits 1989 gab es bereits für Albert & Heinz Hahn von der Frankfurter Kammer die erste Ehrenurkunde für 40 Jahre "Vereinsarbeit" (Jubiläum der Raumausstatterfirma A.+H. Hahn).


In diesem 'Wendejahr' hat sich Heinz Hahn auch sehr stark für die Zusammenführung beider Berufsverbände aus Ost und West eingesetzt und war "treuer Helfer bei der Bewältigung der Übergangsschwierigkeiten", so Dieter Jäkel aus Chemnitz/Sachsen.


Natürlich kam in der Amtszeit von Heinz Hahn auch die „vereinseigene Nachwuchsförderung“ nie zu kurz. Er war jahrelang Trainer an der Meisterschule in Frankfurt. Sein Engagement für das überbetriebliche BBW Weiterstadt, sowie die Kammerausbildungsbereiche Frankfurt, Wiesbaden und Kassel, die Berufs(fach)schulen vor Ort oder sonstige Landesförderwettbewerbe (insbesondere der Landessiegerwettbewerb PLW in Karben) für die Raumausstatter-Schüler hatten immer oberste Priorität, wie auch die zeitgemäße Modernisierung der Verbandsgeschäftsstelle im Haus des Handwerks in Frankfurt (Bürogemeinschaft VFI – Vereinigte Frankfurter Innungen deren GF er bis zu seinem Tod war), unseres hessischen „(Sport)Leistungszentrums“, sein ganz besonderes Anliegen war.



Gerhard Arnold, Obermeister der Innung Gießen und hessischer BBA-Vorsitzender im LIV merkt besonders an, „dass Heinz Hahn es sich auch selten nehmen ließ Ehrungen an Kollegen in der Regel persönlich zu überreichen oder mit vorzunehmen, egal wie weit die hessischen Wege zu Innungsveranstaltungen auch waren“.


Aber wie im richtigen Fußball leben, wo eine Legende wie „Uns Uwe“ nach seiner aktiven Ära zwar die Fussballschuhe an den Nagel hing, aber nie seine weitere Vereinsarbeit ablegte, so war uns Heinz Hahn weiterhin aktiv in der Innungsarbeit in Hessen und für den ZVR erhalten geblieben. Er war in der Immobiliengruppe des ZVR genauso dabei wie im DIN-Ausschuss, in der Kammervollversammlung FFM und im hessischen AHH-Verband genauso wie in der Redaktionsgruppe der jährlichen LIV-Landesverbandstagsbroschüre … und immer für den Gesamtverband auf Terminen unermüdlich unterwegs.


Sein leider letzter offizieller Verbandsauftritt im Kreise vieler seiner Kollegen/innen war im Herbst 2020, gerade mit Start der zweiten Pandemiewelle, die Beerdigungsteilnahme für seinen Frankfurter Sattlermeister-Kollegen Erwin Renner in Mittelhessen.


„Seine Liebe gehörte außer der Familie, natürlich der Firma, der Innungsarbeit und ganz besonders dem Fußball, insbesondere natürlich „seinem Verein“ der Eintracht Frankfurt.

Genauso wie bei der Verbandsarbeit war er jedoch immer aufgeschlossen für Neues, und somit ist er auch im Fußball auf vielen Sportplätzen unterwegs gewesen. Auch hier waren im die Reisen quer durch Europa mit der SGE-Mannschaft ein absolutes "must have".



„Bei genauerem hin sehen im Sportschau-TV konnte man Heinz Hahn außer in seinem Waldstadion bei der SGE, unregelmäßig auch schon mal beim FSV am Bornheimer Hang erkennen oder zu besonderen Anlässen gar auch mal beim OFC am Bieberer Berg, und dann sogar mit passendem Schal“, so Horst Braun, früherer Obermeister der Innung Offenbach.


Aber auch der Fußball hat nur zwei Halbzeiten, manchmal eine Verlängerung oder ein finales Elfmeterschießen und dann steht der Spielstand fest.


Heinz Hahn ist nun nicht mehr unter uns, da er Ende 2020 verstarb.


Was bleibt ist neben Trauer um den Verlust eines großartigen Mannes und Freundes für viele Menschen. Und es bleibt erstmal ein großer unersetzbarer unbesetzter ‚Platz‘.


„Er wird uns fehlen an vielen Stellen im Verband und in der Ehrenamtstätigkeit, mit seiner gutmütigen Freundlichkeit, mit seinem Wissen als wandelndes Lexika, mit seiner Analyse und mit seinen Beziehungsgeflechten“, so Ehrenlandesinnungsmeister Hans-Joachim Scholz.


„Heinz Hahn ging als fairer Sieger vom Platz und wird uns auch so immer in Erinnerung bleiben, als engagierter, aber selten nachtragender Kämpfer bis zum Schlusspfiff“, so der amtierende Frankfurter Obermeister Olaf Rosenbaum über seinen Mentor.



Hymne:

"Denn eines Mannes Geschichte ist alles was er hat.

Und durch seine Geschichte kann er ewig leben."

Anonyme Seefahrer/Matrosen-Weisheit


Text & Fotos: Redaktionsgruppe des LIV Hessen (ms)